Chronik vom TV Jahn
1911
Der Turnverein Jahn 1911
Königshardt e.V. (folgend TV Jahn genannt) wurde in diesem Jahr unter
dem Namen „Turnerbund Königshardt-Walsumermark“ gegründet. Die
Niederschriften über die Gründungsversammlung und die Vereinsarbeit
aus der Zeit vor 1919 sind leider durch Kriegseinwirkung verloren
gegangen. Es gab damals 25 Gründungsmitglieder. Frauen waren im Verein
zunächst ausgeschlossen.
Neben Turnen und Kraftsport wurde Fußball und Handball gespielt. Das
erste Reck wurde in Handarbeit erstellt. Auf Grund von
Meinungsverschiedenheiten trennten sich einige Mitglieder vom
Turnerbund und gründeten den Turnverein Germania. Sie kehrten erst
1921 zurück. Geturnt wurde im Lokal „Pargmann“.
1917
Die
Kriegsereignisse wirkten natürlich auch in den Verein hinein. Es gab
noch ganze 9 Mitglieder die nicht aufgaben und jeden Samstagabend
turnten. Erst nach dem Kriege ging es mit den ersten Heimkehrern
wieder aufwärts.
1919
Als der
Ortsteil Walsumermark durch die Umgemeindung zu Sterkrade kam wurde
der Verein am 1.6.1919 in „Turnverein Jahn 1911 Königshardt“
umbenannt. Der 4.6.1919 war der Gründungstag der Schülerabteilung, die
damals Zöglingsriege genannt wurde. Es ging sehr streng zu. Das Turnen
begann mit einem Nasen-, Finger- und Fußappell. Oft wurden die
Zöglinge wieder nach Hause gejagt, damit sie die entsprechenden
Körperteile säuberten. Die Jungs waren nicht begeistert, aber ein
Machtwort des Vaters brachte sie wieder zurück.
1921
Nach der
„Götzwanderung“ am Himmelsfahrtstag 1921 turnten die Turnerinnen der
Turn-, Spiel- und Sportvereinigung von Sterkrade 1869 in unserem
Vereinslokal „Pargmann“. Dies war wohl der Anlass, auch bei uns eine
Turnabteilung zu gründen. Endgültig geschah dies am 20. Oktober 1924
1931
In diesem Jahr wurde der
Turnabteilung eine Schülerinnenabteilung angegliedert. Geldentwertung
und Ruhrbesatzung machten einen geregelten Sportbetrieb unmöglich.
Trotzdem ging es aufwärts. Der Verein nahm sich der erwerbslosen
Jugend an und beschäftigte sie. Es lief fast alles ohne Geld, denn die
meisten Vereinsmitglieder waren ohne Arbeit und konnten keine Beiträge
bezahlen.
Hatte der erste Weltkrieg schon Lücken in die Reihen der Turner
gerissen, so waren die Opfer des zweiten Weltkrieges noch erheblich
größer. Aber auch dieser Krieg brachte die Vereinsarbeit nur
zeitweise zum Erliegen.
1947
Am 8.6.1947 fand bei „Pargmann“
die Neugründungsversammlung statt, der die erste Hauptversammlung am
29.6.1947 folgte. Der Verein hatte zu diesem Zeitpunkt 181 Mitglieder.
Die erste Vereinssatzung wurde ausgearbeitet. Außerdem meldete der
Vorstand den Verein bei der Militärregierung an – natürlich auf
Englisch. Der Turnbetrieb wurde in einem ausgebrannten Klassenraum und
auf dem Schulhof der Walsumermarkschule wieder aufgenommen. Turngeräte
stellten die Mitglieder in Eigenarbeit her. Leider konnten nicht alle
Mitglieder am Sportgeschehen teilnehmen, da ihnen Bälle, Schuhe und
Sportbekleidung fehlten.
1948
Am 10.1.1948 war das erste
Turnfest im Saale „Luft-Plaisier“. Allerdings – Kohlen zum Beheizen,
Glühbirnen und Stühle mussten mitgebracht bzw. ausgeliehen werden.
Aber – mit 1000 Teilnehmern war der Saal restlos überfüllt. Es muss
ein tolles Fest in freudloser Zeit gewesen sein.
1950
In diesem Jahr wurde uns der
Klassenraum in der Walsumermarkschule gekündigt. Der Turnbetrieb
musste in den ungeheizten Saal von „Luft-Hannesen“ verlegt werden. Der
weite Weg auf dunklen Straßen veranlasste die Eltern dann dazu, ihre
Kinder nicht mehr im Winter zum Turnen zu schicken.
Es kamen schwierige Zeiten. Der Saal „Luft-Hannesen“ wurde umgebaut
und musste deshalb verlassen werden. Viele Mitglieder waren
verzweifelt. Einige Turner und Turnerinnen machten in der Turnhalle
des Sterkrader Gymnasiums weiter. Hier wurden auch künftige
„Vorturner“ ausgebildet. Turnen mit Schülern und Schülerinnen gab es
nicht mehr.
1958
Nur der Gedanke an eine Turnhalle
in Sterkrade-Nord hielt alle aufrecht. 1957 begann man mit der
Vorarbeit und dem Bau. Endlich – am 27.2.1958 wurde ein in vier
Jahrzehnten erträumtes Ideal Wirklichkeit; die Turnhalle am Buchenweg
erlebte ihre Einweihungsfeiner. Mit einer Postwurfsendung an alle
Haushaltungen in Schmachtendorf und Königshardt wurden neue Mitglieder
geworben. Es kamen so viele Schülerinnen und Schüler, dass der
Turnbetrieb kaum in geordnete Bahnen gelenkt werden konnte. Die
Mitgliederzahl stieg erstmalig über 200.
Es wurde auch wieder ein Männerriege gegründet – von einer Stärke, die
keinen Vergleich scheuen musste. Zum Jahresende fand im Beisein der
Mütter und Väter die erste Nikolausfeier statt.
1961
Am 12. Mai 1961 feierten wir
unser 50-jähriges Jubiläum in der Turnhalle am Buchenweg mit
turnerischen Vorführungen und zahlreichen Ehrengästen. Einen Tag
später wurde im Saal bei „Gerlach“ mit Schauturnen und Tanz
weitergefeiert.
In diesem Jahr wurde auch der erste Haushaltsplan aufgestellt. Er
belief sich auf einen Betrag von 2700 DM in der Einnahme und Ausgabe.
Eine Summe, mit der wir heute nicht einmal unsere Energiekosten
bezahlen können.
In der Halle am Buchenweg stand uns aber nur der Montag und der
Mittwoch zur Verfügung. Dies reichte für eine Ausdehnung des Betriebes
nicht aus. Da sich bei den überfüllten Gruppen alle gegenseitig
störten, sind einige Mitglieder nicht wiedergekommen. Dadurch pendelte
sich die Mitgliederzahl für Jahre auf ca. 160 – 200 Personen ein.1962
Der TV Jahn
nahm am Festzug zur 200-Jahr-Feier Schmachtendorfs teil und
veranstaltete ein Schauturnen auf dem Sportplatz am Buchenweg.
1965
In diesem
Jahr führten wir Schwimmlehrgänge für Kinder im Lehrschwimmbecken der
Herbartschule (heute Grundschule Schmachtendorf) ein. Ganz allmählich
wuchs auch die Hausfrauenabteilung, Sport wurde populär.
1969
Mit der Hauptschule Königshardt
kam endlich die zweite Turnhalle dazu. Mit der dazugehörenden Werbung
wurde erstmals die Mitgliederzahl von 300 überschritten. Das
„Mutter-und-Kind-Turnen“ erlebte seine Anfänge.
1971
Der Verein
feierte sein 60-jähriges Vereinsjubiläum im Mai 1971. Dieses
Fest zog sich über mehrere Tage hin und wurde mit Sport, Spielen,
Tanz und Kaffeetrinken gefeiert. Am Himmelfahrtstag wurden nach
erfolgreichen Trimm-Dich-Spielen 165 Medaillen verteilt. Viele mussten
anschließend hungrig nach Hause gehen, da die Erbsensuppe nicht
rechtzeitig angeliefert wurde.
1973
Wir hatten mittlerweile 540
Mitglieder, die durch 16 Übungsleiter betreut wurden. Der Verein nahm
am Deutschen Turnfest und anderen großen sportlichen Veranstaltungen
teil. Zahlreiche Sieger kehrten mit Medaillen beladen zurück.
1976
Dies war das
Jahr der 200-Jahr-Feier auf der Königshardt. Die KIG hatte alles
bestens organisiert. Wir waren ebenfalls an vielen Veranstaltungen
dieser Feier beteiligt.
1977
Die Sporthalle an der
Oranienstraße wurde fertig gestellt. Dadurch bekamen wir zusätzliche
Hallenstunden für Kinder, Hausfrauen und Volleyballer.
1978
Eine neue
Satzung wurde erstellt und die Gemeinnützigkeit durch das Finanzamt
zuerkannt.
1979
Anfang November konnten wir unser
1000. Mitglied begrüßen; wir gehörten seit dieser Zeit zu den
Oberhausener Großvereinen. Zwei Jahre später betrug diese Zahl
1200. Gründung der Basketball-Abteilung mit 15
Jugendlichen,
die sich einmal wöchentlich trafen.
1981
Wir feierten unser 70-jähriges
Vereinjubiläum auf dem Sportplatz am Buchenweg und erlebten eine
Festveranstaltung im Saale „Luft“.
1984
In diesem Jahr feierten wir das
letzte Karnevalsfest bei „Luft“, da der Saal geschlossen und für ein
Geschäft (ALDI) umgebaut wurde.
Es wurde der Beschluss gefasst, zusammen mit Sportfreunde Königshardt
1930 e.V. eine Tennisgemeinschaft zu gründen. Beide Vereine bekamen
von der Stadt den Zuschlag und begannen mit dem Bau von 4
Tennisplätzen an der Pfälzer Straße in Königshardt, welche dann 1985
fertig gestellt wurden.
1986
Der Spielbetrieb der
Tennisgemeinschaft begann am 26.4.1986 mit der feierlichen Einweihung.
Die Mitgliederzahl des Gesamtvereins TV Jahn lag zu diesem Zeitpunkt
über 1500.
1987
Da der Verein immer größer wurde
und wir dringend einen räumlichen Mittelpunkt benötigten, begannen
erste Überlegungen für den Bau eines Vereinhauses. Es war nicht mehr
möglich, die Geschäftsführung des Vereins in Privatwohnungen
durchzuführen. Das Vereinshaus für die
Tennisgemeinschaft an der Dohlenstraße / Pfälzer Straße wurde mangels
Finanzmittel in Eigenarbeit erstellt.
Der Verein nahm an der 225-Jahr-Feier von Schmachtendorf in der
vollbesetzten Sporthalle der Heinrich-Böll-Gesamtschule teil.
Am 30.5.1987 war das Deutsche Turnfest in Berlin. 67 Vereinsmitglieder
nahmen daran teil. Beim Jazz-Tanz-Wettbewerb erreichten unsere
Teilnehmer den 2. Platz von 93 Mannschaften!! Die Stimmung war
großartig.
1989
Am 9.6.1989 wurde das Richtfest
unseres Vereinshauses im Beisein von Vertretern der Stadt, der
Parteien und des Sportausschusses gefeiert. Der Innenausbau erfolgt
durch Vereinsmitglieder in Eigenarbeit.
Mittlerweile hatten wir 1806 Mitglieder. Mangels Interesse wurde die
Handballabteilung aufgelöst.
Im gleichen Jahr wurde eine „Taekwondo
“-Abteilung gegründet.
1990
Der Innenausbau des neuen
Vereinshauses ging zügig voran. Es wurden über 1000 Stunden in
Eigenarbeit geleistet. Am 26.10.1990 fand die Einweihungsfeier statt.
1991
Unser Spieler Torsten Brauner von
der Basketball-Jugendmannschaft wurde in die WBV-Auswahlmannschaft
berufen und mit dieser Deutscher Meister. Die Ehrung dafür erfolgte
beim Sportball des Stadtsportbundes. Vom Verein erhielt er zusätzlich
die Goldene Vereinsnadel.
Die Tennisgemeinschaft plante drei zusätzliche Tennisplätze. Baubeginn
war der 1.10.1991. Danach standen insgesamt 7 Plätze zur Verfügung.
Der TV Jahn wurde 80 Jahre alt. Die Feier fand in einem Festzelt unter
der Beteiligung von über 300 Mitgliedern statt.
Willi Pärschke wurde nach 43 Jahren Tätigkeit als Geschäftsführer
verabschiedet. Das Ehrenmitglied Willi Pärschke war auch in anderen
Funktionen tätig. Er starb am 4.6.1993.
1993
Das langjährige Mitglied Fritz
Breuker wurde mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Er ist bis
heute ein aktives Vereinsmitglied.
1994
Das Vereinshaus erhielt den Namen
des mittlerweile verstorbenen ehemaligen Vorsitzenden Fritz Terhard.
Fritz Terhard trat 1949 in den Verein ein. Er war 2. Handballobmann,
im Ältestenrat, 2.Vorsitzender, 1. Vorsitzender und Ehrenvorsitzender.
Er verstarb am 27.8.1992.
Das Sportangebot „Krebsnachsorge“ wurde eingeführt. Eine Frau aus der
Gruppe sagte: „Ich fühle mich halb tot, dann will der Arzt mich auch
noch für den Sport motivieren.“ Aber schon ein halbes Jahr später
zeigte sich auf Grund der sportlichen Tätigkeit eine Verbesserung der
körperlichen und seelischen Stabilität.
Ebenso wurde die Einführung einer Herzsportgruppe (Koronarsport)
geplant.
1995
Der 1. Jahner Hobbytag wurde am
25.6.1995 veranstaltet. An diesem Tag stellten Mitglieder ihre Hobbys
vor. Gezeigt wurden Seidenmalerei, Puppenbasteleien, Tonarbeiten,
Kupferarbeiten und vieles mehr. Dazu gab es Kaffee und Kuchen. Die
Veranstaltung kam sehr gut an.
1998
Ernst Hollenberg starb im Alter
von 86 Jahren. Er war seit 1935 beim TV Jahn. Er war Oberturnwart, 2.
Vorsitzender, führte das Mutter-Kind-Turnen ein, leitete das
Schwimmen und andere Sportarten, war im Ältestenrat und zuletzt
Ehrenmitglied. Er hatte sich beim Wiederaufbau des Vereins nach dem 2.
Weltkrieg verdient gemacht.2001
Am 1.7.2001 begannen die
Feierlichkeiten zur 225-Jahr-Feier von Königshardt. Der TV Jahn nahm
mit mehreren Gruppen daran teil. Unter anderem stellte der TV Jahn 3
Festwagen. Die Feierlichkeiten hinterließen einen bleibenden Eindruck.
Die Tennisgemeinschaft stellte 3 neue Tennisplätze vor. Im Zuge der
Bebauungsmaßnahmen an der Dohlenstraße/Pfälzer Str. mussten 4 alte
Plätze weichen. Der Bauherr stellte dafür 3 neue Plätze zur Verfügung.
Der TV Jahn feierte sein 90-jähriges Bestehen. Dazu wurde ins
Vereinshaus eingeladen. Bei gutem Essen, frischem Pils und
rhythmischer Skifflemusik wurde kräftig gefeiert. Auch die geladenen
Ehrengäste fühlten sich sichtlich wohl.
Das 2000. Mitglied wurde in einer kleinen Zeremonie geehrt.
2003
Der TV Jahn schloss einen Vertrag
mit der OGM (Oberhausener Gebäude-Management). Auf Grund des Vertrages
übernahm der TV Jahn die haustechnische Betreuung der
Heinrich-Böll-Sporthalle an der Kiefernstraße.
2004
Mit ca. 2000 Mitgliedern sind wir der zweitgrößte Verein in
Oberhausen. 42 lizenzierte Übungsleiter / Trainer und 25 Helfer sind für uns
tätig.
Im Breitensport bieten wir 20
Frauengruppen, 3 Gruppen für Sie und Ihn, 6 Gruppen Sport für Ältere,
3 Männergruppen, 8 Kindergruppen, 4 Eltern & Kind-Gruppen, 3
Tai-Chi-Gruppen, 1 Krebsnachsorge-Sportgruppe und 1
Badminton-Hobbygruppe an. Außerdem bieten wir Sport für
fast alle Altersklassen in den Abteilungen Basketball, Volleyball,
Tennis, Taekwondo und Leichtathletik im Jugendbereich.
Zusätzliche Angebote gibt es in einer Lauftreff-Gruppe und einer
Nordic-Walking-Gruppe 55+.
2011
100 Jahre TV Jahn 1911 Königshardt e.V.